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Pressemeldung

Die Geschichte der Sintflut - Gespräche zwischen Mythos und Fakt
Datum: am 18.12.2009 um 14:21
Kategorie: Kunst, Kultur, Soziales, Bildung


Viele Mythen ranken sich um die angeblich weltumspannende Sintflut: Im Alten Testament steht geschrieben, dass die Katastrophe dreihundert Tage andauerte und nur Noah, vom von den Menschen erzürnten Gott gewarnt, und die Passagiere seiner Arche die Überschwemmung im Gebirge Ararat überlebten. Von dort verbreitete sich das Leben wieder über die Erde.

Auch das Judentum, alt-orientalische und -ägyptische Epen und Mythen sowie Sintflutsagen in anderen Kulturkreisen weisen erstaunliche Parallelen zu dieser biblischen Geschichte auf. Experten aus allen Religionskreisen stimmen überein, dass der Archebau als Sinnbild verstanden kann, dass der Gerechte seinen Mitmenschen gegenüber verpflichtet ist.

Insgesamt neun Filme beleuchten dieses Thema Sintflut ab Freitag, dem 18. Dezember, facettenreich auf dctp.tv. So erläutern Sprachforscher, Evolutionsbiologen und Geologen den Stand der Wissenschaft, räumen mit für wahr gehaltenen Mythen auf oder untermauern die vermeintlichen Sagen mit Fakten.
Ebenso wenig fehlen der Blick auf den Umgang der Kultur mit dem Thema (Georg Bizets Oper „Noah und die Sintflut“) sowie polizeiliche Maßnahmen im Ernstfall von sintflutartigem Regen und öffentlicher Panik.

Folgende Filme befinden sich im Einzelnen in der Themenschleife „Die Geschichte der Sintflut“:

1. Die Geschichte der Sintflut. Mit Prof. Dr. Haarmann, 836
Der Sprachforscher und Geo-Archäologe Prof. Dr. Haarmann lokalisiert - die These ist inzwischen von der Wissenschaft akzeptiert - die Sintflut im Gebiet des heutigen Schwarzen Meers. Am Marmara-Meer bildete ein Gebirgszug einen Damm zwischen dem höher gelegenen Mittelmeer und einem Süßwassersee, der heute unter den Salzwassermassen des Schwarzen Meers immer noch existiert und bei Sturm die schwarze Farbe des Pontus Euxinus verursacht. Der durch Erdbeben veranlasste Einsturz der Gebirgskette führte zur Überflutung.

2. Die Sintflut. Oper von Georges Bizet, 728
Unter dem Titel NOAH ODER DIE SINTFLUT komponiert Georges Bizet nach einem Entwurf seines Schwiegervaters J.F. Halvy eine Oper in 5 Akten. Die unbekannte Oper Bizets beschreibt die Vorgeschichte von Gottes Zorn, die die Sintflut auslöste.

3. Alteuropäer in frühester Zeit. Mit Prof. Dr. Haarmann, 538
Aus der D N A -Spur und aus Spuren der Sprache kann als sicher gelten, wo die Alteuropäer lebten, die der indogermanischen und sonstigen Invasionen vorangingen. Sie sind auch älter als die minoische und mesopotamische Kultur. Sie können als Gründer der Zivilisation gelten.

4. Der Kult der großen Göttin. Mit Prof. Dr. Haarmann, 731
Die frühen Zivilisationen sprechen von Ur-Göttinnen und vom Kult der großen Göttin. Die wichtigste Göttin ist nicht zur zuständig für das Gedeihen von Pflanzen und Geburt, sondern sie ist eine Göttin der Schreibkunst und der Buchhaltung. In den frühen Zivilisationen konkurrieren zwei extrem verschiedene Entwicklungsrichtungen. Eine ÖKUMENISCHE (Tausch, Gleichberechtigung der Geschlechter, Offenheit zum gesamten Weltkreis) und eine AUTORITÄRE (Maskulinität, Vorratswirtschaft, Staat, Landesgrenzen).

5. Das Jahrhunderthochwasser in Hamburg, 344
Die sintflutartige Überschwemmung Hamburgs, die unter Anleitung des Innensenators Helmut Schmidt gemeistert werden konnte, ist legendär. Der Schauspieler Alfred Edel im Gespräch mit dem Katastrophenschützer Wirbatzky über die polizeilichen Maßnahmen im Fall von öffentlicher Panik und sintflutartigem Wetter.


6. Hexenküche der Mythen, Mit Prof. Dr. Haarmann, 847
Mythen entstehen aus Tausend Jahre alten mündlichen Erzählungen. Was sie erzählen, handelt von einer sichtbaren und eine unsichtbaren Seite der Gesellschaft. Walter Benjamin nennt das letztere „Das gesellschaftliche Unbewusste“. Durch diese doppelte Verankerung, im subjektiven und im objektiven, werden die Mythen zum Zement der Gemeinwesen.

7. Ein Ozean namens Tethys. Mit Prof. Dr. Houben, 206
Bevor die Kontinente ihre heutige Lage erreichten, erstreckte sich ein Ozean zwischen dem jetzigen Mittelmeer bis zum Gebiet hin, das heute der Himalaya ist. Der Geologe Prof. Dr. Houben, Spezialist für Meere und Flüsse, berichtet.

8. Archiv großer Katastrophen, 328
Die Erde kennt sechs große Katastrophen, in der ein Massensterben das Überleben gefährdete. Eine davon die Sintflut.

9. Der Begriff des Barbaren, 455
Barbaren nannten die Griechen alle Völker, die nicht griechisch sprachen, außer den Ägyptern. Diesem Hochmut liegt, sagt Prof. Dr. Haarmann, ein schlechtes Gewissen zugrunde. Tatsächlich unterjochten die Indogermanen, die sich später Griechen nannten, reichere, frühere Kulturen und versklavten sie. Das Fremde liegt also nicht bei den Barbaren, an den Horizonten, sondern steckt in ihnen, denn sie verheirateten sich mit den Unterworfenen. Worte wie „Metall“ stammen aus der Ursprache und sind keineswegs griechisch. Bedeutende Göttinnen wie Demeter und Athene wiederlegen den äußeren, maskulinen Anstrich der griechischen Kultur. Das Unterworfene zeigt sich letztlich als Sieger.



Weitere Informationen zu diesem Thema können unter folgender Internetadresse abgerufen werden: http://dctp.voellergeppert.com



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